Laktosefreier Urlaub in 3 Schritten

///Laktosefreier Urlaub in 3 Schritten

Entspannt verreisen trotz Laktoseintoleranz

Mit Allergien zu verreisen ist für viele Betroffene eine kleine Herausforderung, gerade wenn die Allergie stark ausgeprägt ist. Aber das heißt noch lange nicht, dass auf die schönste Zeit im Jahr – den Urlaub – verzichtet werden muss. Diese Woche erklären wir dir in 3 Schritten, wie du einen unbeschwerten Urlaub trotz deiner Laktoseintoleranz verleben kannst. Zu Anfang schauen wir uns aber erst noch einmal an, was Laktoseintoleranz überhaupt ist.

 

Was ist Laktoseintoleranz überhaupt?

Menschen, die an einer Laktoseintoleranz – auch bekannt als Milchzuckerunverträglichkeit – leiden, können den in der Nahrung enthaltenen Milchzucker nicht oder nur in Teilen verdauen. Grund dafür ist, dass ihr Körper das Verdauungsenzym Laktase nicht oder nur in geringeren Mengen herstellt. Laktase wird wiederum dafür benötigt, den Milchzucker in zwei Einzelzucker – Galactose und Glucose – zu spalten. Geschieht dies nicht, kann der Dünndarm den gespaltenen Milchzucker nicht aufnehmen und gibt diesen an den Dickdarm weiter. Die Bakterien des Dickdarms ernähren sich von Bestandteilen des Milchzuckers und scheiden einen Teil hinter her wieder aus. Dieser Prozess verursacht bei Menschen mit Laktoseintoleranz Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Schwindel und Müdigkeit.

Laktoseintoleranz bedeutet noch lange nicht, dass gar kein Milchzucker vertragen wird. Oft vertragen Betroffene kleine Mengen an Milchzucker. Besonders empfindlich reagieren viele auf reine Trinkmilch, Sahne, Frischkäse, Magerquark und ähnliche Produkte. Butter und länger gereifter Schnittkäse – insbesondere Hartkäsesorten – werden hingegen oft gut vertragen.

In Deutschland ist die Anzahl an laktoseintoleranten Menschen im Vergleich zu den asiatischen Ländern wesentlich geringer. Aber auch bei uns gehen Wissenschaftler davon aus, dass etwa 15 % der Deutschen daran leiden.

 

3 Punkte: Was du auf Reisen beachten musst, wenn du an einer Laktoseintoleranz leidest?

Die Sommerferien haben in den ersten Bundesländern wieder begonnen. Wie jedes Jahr machen sich zahlreiche Deutsche auf den Weg in die Ferien – ob im eigenen Land, in unsere Nachbarländer oder sogar in die Ferne. Das Angebot ist in den letzten Jahrzehnten enorm gestiegen. Wir sagen dir in 3 Schritten, was du beachten musst, damit du trotz deiner Laktoseunverträglichkeit auch einen sorglosen und vergnügten Urlaub verbringen kannst.

 

  1. Die Unterkunftsauswahl
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    Die erste Entscheidung, die bei der Urlaubsplanung ansteht, ist die Unterkunftsauswahl. Möchtest du lieber in einem Hotel deinen Urlaub verbringen, oder ist dir mehr nach einer Unterkunft mit Selbstversorgung?

    • Selbstversorgungs-Unterkunft: Selbstversorgungs-Unterkünfte können Ferienwohnungen und Ferienhäuser, aber auch Campingplätze oder Apartments mit eigener Küche sein. Den großen Vorteil, den diese Unterkünfte alle mitbringen: du entscheidest was auf den Tisch kommt. Damit weißt du auch ganz genau, was in den Speisen enthalten ist.

     

    • Hotel: Du möchtest lieber in ein Hotel? Auch kein Thema. Laktoseintoleranz zählt inzwischen zu einer der bekanntesten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Einige Hotels werben sogar explizit, dass Sie Lebensmittel und Speisen für Menschen mit Laktoseintoleranz anbieten. Wirf doch mal einen Blick auf die Hotels auf unserer Seite. In der Rubrik „Reisen & Ernährung“ findest du zu jeder Allergie einen kurzen Text mit Hotelempfehlungen darunter. Hotels für Menschen mit Laktoseintoleranz kannst du hier einsehen. Ob in Deutschland, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich oder Portugal – hier ist bestimmt auch etwas für dich dabei. Wenn du dich für eine Fernreise entscheiden solltest, ist Asien für Menschen mit Laktoseintoleranz besonders empfehlenswert. Ein sehr großer Anteil der Asiaten leidet ebenfalls an der Milchzuckerunverträglichkeit.

     

  3. Die Vorgehensweise bei Buchung
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    Du hast dich inzwischen für eine Unterkunftsart entschieden und vielleicht auch schon deine Wunschunterkunft gefunden? Jetzt heißt es als nächstes beim Besitzer oder Vermieter anfragen. Wir geben dir zur Hilfestellung vier Fragen mit auf den Weg, die für dein Gespräch oder deine E-Mail-Korrespondenz hilfreich sein könnten. Wir empfehlen dir, alles schriftlich rückbestätigen zu lassen, damit du einen Nachweis in der Hand hast, den du auch vor Ort vorlegen kannst. Es kann schließlich immer sein, dass dein ursprünglicher Ansprechpartner während deines Aufenthalts nicht vor Ort ist. Natürlich variieren die Fragen in Abhängigkeit deiner gewählten Unterkunftsart und der Schwere deiner Laktoseunverträglichkeit.

    • Stehen laktosefreie Produkte beim Frühstück zur Verfügung?
    • Werden laktosefreie Speisen zum Mittag- bzw. Abendessen angeboten?
    • Ist entsprechendes Personal vor Ort, das sich mit den Bedürfnissen von Menschen mit Laktoseunverträglichkeit auskennt?
    • Gibt es Supermärkte oder Restaurants in der Umgebung, die laktosefreie Produkte anbieten?

     

  5. Vor Reiseantritt zu beachten
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    Jetzt bist du deinem Urlaub noch einen Schritt näher. 🙂 Sechs Dinge solltest du vor deinem Reiseantritt aber noch beachten. Wir sagen dir, worauf es ankommt:

    • Medikamente nicht vergessen: Vermutlich trägst du ohnehin meistens Medikamente für den Notfall bei dir. Diese solltest du natürlich auch in ausreichenden Mengen mit in deinen Urlaub nehmen. Falls du mit dem Flugzeug verreisen solltest, verteile deine Medikamente bitte auf dein Gepäck, falls sich deine Reise verzögern oder ein Gepäckstück abhandenkommen sollte. Wenn du einen längeren Aufenthalt planst und größere Mengen an Medikamenten mitnehmen möchtest, lass dir bitte vom Arzt sicherheitshalber eine Bescheinigung in Englisch und/oder der Landessprache deines Reiselandes ausstellen, dass du diese benötigst. Es kann sein, dass der Zoll dich danach fragt. Ich musste es noch nie vorlegen, aber wie gesagt, bei größeren Mengen, kann es durchaus sein, dass du einen Nachweis vorlegen musst. Viele Ärzte verlangen für die Ausstellung eine Gebühr. Ein Beispielformular hat der ADAC ins Internet gestellt.

     

    • Wichtige Adressen: Neben den Adressen von deinen Lieben – um ihnen Postkarten zuzusenden – ist es empfehlenswert, auch einige Notfallnummern vorab zu recherchieren und mitzunehmen. Die Notfallnummer des Landes, die Adresse des nächsten (deutschsprachigen) Arztes, des nächstliegen Krankenhauses oder der nächsten Apotheke solltest Du im Gepäck dabei haben. Bitte platzier diese Infos an einer Stelle, an die du schnell heran kommst, wenn du sie benötigst. Wenn du magst, recherchiere doch vorab auch schon mal nach entsprechenden Restaurants und Cafés, die laktosefreie Gerichte anbieten; dann vergeudest du im Urlaub selbst keine Zeit vor dem Smartphone oder Laptop. 🙂

     

    • Versicherung abschließen: Grundsätzlich gilt für Reisen, eine Versicherung schadet nicht. Die wichtigsten Versicherungen sind die Stornokostenversicherung, der Reiseabbruchschutz und die Reisekrankenversicherung. Viele Anbieter bieten die Versicherungen einzeln, aber auch als Versicherungspakete an. Bitte lies dir die Bedingungen genau durch. Gerade bei der Höhe der Selbstbeteiligung gibt es Unterschiede. Einige Kreditkarten beinhalten bereits Versicherungen. Bitte lies hierzu in dem Leistungsumfang deiner Karte nach. In manchen Fällen muss die Reise auch mit dieser Karte bezahlt worden sein, damit der Versicherungsschutz überhaupt greift. Bitte schau auch nach, ob deine Reisebegleiter von dem Schutz mit abgedeckt sind.

     

    • Sprachkenntnisse sind hilfreich: Du hast dich entschieden, im deutschsprachigen Raum Urlaub zu machen – oder du beherrschst die Sprache deines Reiselandes einwandfrei? Dann kannst du diesen Punkt ganz entspannt überspringen. Wenn du dich für ein Land entschieden hast, dessen Sprache du nicht beherrscht, ist es ratsam, sich vorab mit dem wichtigsten Vokabular auszustatten. Auf unserer Seite verweisen wir gerne auf das 23-sprachige Wörterbuch des Europäischen Verbraucherzentrums in Deutschland. Wenn dir dies noch zu unsicher ist, fertige dir doch Bildkärtchen an, die du den Köchen oder dem Service-Personal in den Restaurants vorlegen kannst.

     

    • Lebensmittel nicht vergessen: Beim Einkaufen in deiner Heimat hast du bestimmt schon deine laktosefreien oder laktosearmen Lieblingsprodukte ausfindig gemacht. Warum nimmst du sie nicht einfach mit? Ob eine kleine Notration für die Flugreise, ein Snack für zwischendurch oder eine große Fuhre an Leckereien für die Selbstanreise mit deinem Auto – ein paar Lebensmittel einzustecken, vereinfacht deinen Urlaubsstart.

     

    • Sondermahlzeiten bei Airlines: Vielleicht hast du selbst auf einer deiner Flugreisen schon einmal mitbekommen, dass einige Gäste ihr Essen früher und zudem auch etwas anderes serviert bekommen haben. Dabei handelt es sich um sogenannte Sondermahlzeiten. Sie werden auf vielen Flügen, insbesondere auf der Langstrecke, angeboten. Auch für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit gibt es hierbei fast immer ein entsprechendes Gericht. Es muss jedoch rechtzeitig bei der jeweiligen Airline – meistens mindestens 24 bis 48 Stunden vorher – angemeldet werden. Oftmals ist das Angebot sogar kostenlos. Bitte sprich nach der Buchung der Sondermahlzeit auch noch mal die Person am Check-in-Schalter am Flughafen sowie die Flugbegleiter darauf an, dass sie Bescheid wissen.

     

Fazit

Jetzt bist du bestens vorbereitet: Die Unterkunftswahl und die Vorgehensweise bei der Buchung stehen als erstes in deiner Planung an. Danach folgen die sechs Punkte, die du vor Reiseantritt beachten solltest. Lass uns diese noch einmal kurz zusammenfassen: Medikamente einstecken und auf das Gepäck verteilen, wichtige Adressen heraussuchen und einstecken, Versicherungen rechtzeitig abschließen, Sprachhilfen mitnehmen, mit Lebensmitteln eindecken und Sondermahlzeiten bei deiner Airline rechtzeitig bestellen. Damit steht deinem geruhsamen Urlaub trotz Laktoseintoleranz nichts mehr im Wege.

Wir wünschen dir einen schönen Sommer und viel Spaß im Urlaub.

 

Von | 2017-07-07T11:58:40+00:00 7 Jul 2017|Blog, Reise-Tipps|0 Kommentare

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