Reisebericht: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt – Teil 1

///Reisebericht: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt – Teil 1

Dieses Mal berichten wir von einer Flusskreuzfahrt – nicht irgendeine – sondern eine rein vegane. Was sich dahinter verbirgt? Das erfährst du in den nächsten Tagen hier. Wir sind schon sehr gespannt.

 

Tag 1 & 2

 

Tag 1: Amsterdam: So fing alles an

Die Reise: Das Wichtigste in Kürze

Vegan Travel ist der erste Anbieter von veganen Fluss- und Hochseekreuzfahrten weltweit. Vor zwei Jahren ist Dirk Bocklage mit der ersten veganen Flusskreuzfahrt gestartet. Jedes Jahr bietet das Unternehmen drei Reisen mit unterschiedlichen Fahrtstrecken und Häfen an. Im Reisepreis sind bereits die FÜNF Mahlzeiten (ja, du hast richtig gehört – es gibt Frühstück, Mittagessen, Café & Kuchen, Abendessen und einen Mitternachtssnack) und fast alle Getränke (auch die alkoholischen) enthalten. An eine Pause nach den gefräßigen Weihnachtsfeiertagen war also nicht zu denken. 😉

 

Vegan reisen: Was bedeutet das?

Alle Reisen sind vegan ausgerichtet. Das bedeutet kurz zusammengefasst:

Es gibt – für alle Gäste:
1.) veganes Essen (also keine Speisen bestehend aus Fleisch, Fisch, Eiern, Milch und anderen tierischen Produkten)
2.) vegane Getränke
3.) vegane Zimmerausstattung (Das reicht von den Bettdecken, die natürlich nicht aus Daunen sein dürfen bis hin zu den kleinen kosmetischen Produkten, die ein jeder von Hotelaufenthalten her kennt.)
4.) und vieles mehr, das wir in den nächsten Tagen noch erkunden werden. 🙂

 

Über uns: Flexiganer & Fleischesser on tour

Wir sind beide keine Veganer. Ich bezeichne mich gerne als Flexiganer – auch wenn es den Begriff, soweit ich weiß, noch nicht offiziell gibt. Aber solange es Flexitarier gibt, bezeichne ich mich als Flexiganer. Übersetzt würde das heißen ich esse gelegentlich, wenn es nicht anders geht, auch mal Fleisch oder Fisch. Milchprodukte und Soja vermeide ich komplett. Mein sonst „Tierische-Produkte-essender-Begleiter“ hatte vor der Reise schon die einen oder anderen Bedenken geäußert und sich Gedanken gemacht wie man im Notfall an tierische Nahrung kommen könnte. Ich war aber zuversichtlich, dass er die 7 Tage überstehen würde. 😉

 

Unsere Route: Von/bis Amsterdam

Die nächsten 7 Tage und 6 Nächte werden wir folgende Route absolvieren:
Amsterdam – Lelystad – Hoorn – Dordrecht – Rotterdam – Antwerpen – Maastricht – Amsterdam

 

Unser Schiff: Modern und gemütlich

Unser Schiff für diese Tour ist die Emerald Dawn mit Platz für bis zu 182 Passagiere. Das Schiff besticht durch sein modernes Design. Insgesamt gibt es vier Decks, das Vierte ist das Sonnendeck. Die Kabinen erstrecken sich über die drei anderen Decks. Das Schiff verfügt über ein Restaurant, eine Lounge, einen kleinen Pool und einen Mini-Fitnessraum.

 

Und los geht’s

 

Die Anreise: Wie geschmiert

Unsere Anreise war unkompliziert. Wir sind mit der Bahn zum Hauptbahnhof in Amsterdam gefahren. Von hier aus konnten wir problemlos mit unseren Rollkoffern im Schlepptau zum Kai hinüber laufen, an dem die Emerald Dawn schon auf uns wartete. Einige Gäste waren bereits an Board, doch viele fehlten noch, da die Flugzeuge wegen starkem Nebel Verspätung hatten.

 

An Bord: Die ersten Stunden

Wir wurden herzlich begrüßt und konnten sofort auf unsere Kabine. Bis 16:00 Uhr stand noch ein leichtes Mittagessen mit Salat und Nudeln in der Horizon Lounge bereit. Wir erkundeten zuvor noch das Schiff.

 

Der Empfangscocktail: Immer diese Technik

Vor dem Abendessen fand der Empfangscocktail statt. Eigentlich war hier auch eine Einführung in die Sicherheitsinformationen geplant, die technische Ausstattung wollte an dem ersten Abend aber leider nicht so, wie gewünscht funktionieren. Wir nahmen es alle amüsiert hin und schauten uns das Sicherheitsvideo – zurück auf unserer Kabine – an.

 

Das Abendessen: Der Beginn der Völlerei

Das 5-Gänge-Abendessen machte uns bewusst was uns die nächsten Tage erwarten würde – nämlich sehr viel leckeres Essen. Wir waren beeindruckt. 3 Gänge waren fest vorgegeben. Bei der Vor- und Nachspeise gab es jeweils eine Wahlmöglichkeit. Ich hatte vor der Reise angegeben, dass ich keine Soja-Produkte zu mir nehmen darf. Tierische Milch-Produkte waren ohnehin kein Thema, da diese bei Veganern wegfallen. Im Restaurant hatte ich am Abend noch einmal Bescheid gegeben. Lediglich der Nachtisch kam für mich nicht in Frage. Die Küche hat mir aber eine sehr leckere Alternative gezaubert. Wir waren satt und zufrieden. Und auch meinem Begleiter hatte es geschmeckt. Für den einen oder anderen könnten die Portionen evtl. etwas größer sein (für uns auf keinen Fall) – bei 5 Mahlzeiten am Tag reicht das mit Sicherheit für jeden. Ich bezweifele sehr, dass wir hier jemals ein Hungergefühl verspüren werden.

 

Abendprogramm: Ausflug versus Lounge

Nach dem Abendessen konnten wir zwischen einer Grachtenrundfahrt in Amsterdam oder einem Drink in der Lounge wählen. Wir entschieden uns für letzteres, da wir Amsterdam schon gut kennen und die gemütliche Lounge bei dem kalten und nebligen Wetter sehr verlockend war. In der umfangreichen Getränkekarte findet jeder einen Drink nach seinem Geschmack. Natürlich ist auch hier alles vegan.

 

Mitternachtssnack: Hungrig?

Das waren wir mit Sicherheit nicht, aber schauen muss man ja wenigstens was es gibt und schwubs ist ein Teller gefüllt. Gemüse mit Dip geht immer. Irgendwann kugelten wir uns zurück zu unserer Kabine und waren bald im Land der Träume angekommen.

 

Tag 2: Amsterdam – Lelystad – Hoorn: Eine Flussreise, die ist schön

Yoga: Heute Morgen leider nicht

Heute Morgen stand Yoga auf dem Programm. Mein Wecker erinnerte mich dezent daran. Nach dem ich meinen Schweinehund überwunden hatte, sprang ich schnell in die Yoga-Klamotten und los ging es. Die Yoga-Stunden finden zwei Mal am Tag, im Swimming-Pool Bereich statt. Der Pool wird hierfür dem „Deck gleich gemacht“ und los kann es gehen. Leider nicht an diesem Morgen. Die Yoga-Lehrerin verspätete sich wegen dem Nebel und musste die Morgenstunde leider absagen. Nach ein bisschen Betätigung und ein paar Stretch-Übungen unter eigener Anleitung, stürmten wir das Frühstücksbuffet, obwohl der Hunger nicht wirklich zu spüren war.

 

Das Frühstück: Bitte nachfragen

Wir waren sehr gespannt was für Speisen auf einem veganen Frühstücksbuffet zu finden sein würden. Obst, Joghurt, Käse, Wurst, Rührei und weitere, auch warme Speisen standen für uns bereit. Natürlich alle vegan. Viele dieser Speisen werden auf Basis von Soja zubereitet, daher fragte ich zuerst einmal was sojafrei ist. Das minimierte leider etwas meine Auswahl, aber ich wusste ja, in 2-3 Stunden stand das Mittagessen an. Außerdem gab es immer noch reichlich für mich zu essen. Soja wird bei veganen Lebensmitteln eben leider sehr oft in der Zubereitung verwendet.

Wer sich vegan ernährt und zusätzlich noch an Allergien leidet, sollte bitte den Küchenchef ansprechen, damit geklärt werden kann, was derjenige essen kann. Alle Speisen sind mit Schildern versehen, die Inhaltsstoffe sind darauf aber nicht vermerkt.

 

Der erste Landgang: Siehst du was?

Morgens hatten wir, wesentlich früher als geplant, in Lelystad angelegt. Nach dem Frühstück zog es uns raus auf unseren ersten Landgang. An der Rezeption holten wir uns zwei Karten ab und nannten unsere Zimmernummer. Somit weiß die Crew wer an Land gegangen ist und wer beim Ablegen noch fehlt.

Viel sahen wir nicht. Es war einfach überall Nebel, Nebel und nochmals Nebel. Wir bahnten unseren Weg durch das kleine Örtchen und standen plötzlich in einer Outlet-Shopping-Mal. Das erwartet man hier nicht. Wir spazierten ein bisschen durch die Gegend und schauten uns den Hafen an. Zurück an Bord, wir waren ordentlich durchgefroren, gaben wir unsere Karten an der Rezeption zurück.

 

lelystad-hafenansicht

Hafenansicht in Lelystad

 

Safety Drill: Bitte Rettungswesten überziehen

Zurück an Board ertönte das Signal für die Sicherheitsübung. Wir fanden uns alle am vereinbarten Treffpunkt ein. Unsere Kabine liegt auf Deck 3, weshalb wir uns beim Schild mit der 300 trafen, uns mit Namen meldeten und die Rettungswesten überstreiften. Damit war der Drill auch schon beendet.

 

Mittagessen: Es ist mal wieder Zeit an das Leibliche Wohl zu denken

Noch recht satt begaben wir uns zum Mittagessen. Bis auf den Hauptgang konnten wir uns nach Belieben am Buffet bedienen. Das Salat Buffet hatte es uns angetan. Als Hauptgang bekam ich wieder eine sojafreie Alternative serviert. Wir waren mehr als zufrieden.

 

Hoorn: Viele schöne schiefe Häuser

Mittags legten wir in Hoorn an und beobachteten interessiert, wie die Crew eine Brück zum Nachbarschiff errichtete, damit wir über dieses an Land gehen konnten. Hoorn ist ein sehr hübsches Städtchen. Die alten schiefen Häuser sind auf jeden Fall einen Landgang wert. Die Kälte trieb uns allerdings nach kurzer Zeit wieder zurück auf das Schiff.

 

Anbringung der Brücke für den Landgang

 

hoorn-stadtansicht

Stadtansicht in Hoorn

 

hoorn-haeuserreihe

Häuserreihe in Horn

 

Sportliche Betätigung: Teil 2

Am frühen Abend stand wieder Yoga auf dem Programm. Wir staunten, wie sich der Pool zu einer Trainingsfläche umwandeln lies. Der Ansturm war groß und so rückten wir enger zusammen. Herabschauender Hund, Krieger eins und zwei, sowie viele weitere Verrenkungen standen auf dem Programm. Wir gaben unser Bestes, ob Anfänger oder fortgeschrittener Yogi – jeder war willkommen.

 

Abendessen: Endlich mal wieder etwas zu essen

Jetzt mussten wir uns dringend wieder stärken, zumal wir die Kaffeepause wegen unseres Landganges verpasst hatten. Ausgehungert (das ist natürlich schwer übertrieben) marschierten wir zum Abendessen. Ein Glück, dass heute nur 4 Gänge auf der Menü-Karte standen. Wir wählten unsere Vor- und Nachspeise aus und unterhielten uns mit unseren Tischnachbarn über Themen, die die vegane Welt bewegen. Aber keine Angst, es geht nicht immer nur um vegan. Reiseerfahrungen kommen auch immer gerne auf den Tisch. 🙂

 

die-nachspeise

Die Nachspeise beim Abendessen

 

Das war es für heute.

Wir wünschen euch einen guten Start ins Neue Jahr. Prost (mit veganem Sekt)!

Gut zu wissen: Sekt und andere Getränke sind nicht immer vegan. Ebenso wie bei manchen Weinen, wird bei der Klärung beispielsweise Gelatine verwendet und diese besteht bekanntlich aus tierischen Proteinen. Somit kommen nicht alle Getränke für Veganer in Frage.

 

Du willst mehr lesen? Hier geht es zum Teil 2.

Von |2017-05-22T13:57:33+00:0030 Dez 2016|Blog, Reise-Tipps|2 Kommentare

2 Comments

  1. Manfred Malcher 9. Januar 2017 um 16:06 Uhr

    Sehr interessanter Reisebericht. Werde diesen auf alle Fälle an meinen veganen Bekanntenkreis weiterleiten. Bin selbst kein 100%-Veganer, könnte mir aber vorstellen auch auf diese Art zu reisen 😉

    • Dana Kinzel
      Dana Kinzel 10. Januar 2017 um 17:02 Uhr

      Hallo Manfred, es freut uns, dass dir der Bericht gefallen hat. Gerne kannst du ihn weiterleiten. Vielleicht ist es für deine Bekannten genau das Richtige. Gerade die „Vollzeit-Veganer“ schienen sehr erleichtert zu sein, nicht immer nachfragen zu müssen, ob etwas vegan ist. Und natürlich sind auch Nicht-Veganer herzlich willkommen. 😉 Es ist eine Erfahrung wert. Also nur zu. 🙂

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf dieser Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close