Reisebericht: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt – Teil 2

///Reisebericht: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt – Teil 2

Tag 3 & 4

 

Tag 3: Heute ist Silvester

Frühsport: Ausschlafen siegt

Mein Wecker klingelt zum Morgen-Yoga. Ich ignorierte ihn gekonnt und drehte mich einfach um. Heute ist Silvester, da muss man schließlich etwas vorschlafen.

 

Frühstück: Heute mal nicht

Wir entschieden uns, das Frühstück ausfallen zu lassen. Das fiel uns gar nicht so schwer. Zum einen waren wir einfach nicht hungrig, zum anderen waren wir bereits in Dordrecht angekommen. Wir wollten die Zeit nutzen, um uns die Stadt anzuschauen. Schnell waren wir warm angezogen und los ging es.

 

Landgang Dordrecht: Im Nebel versunken

Da unser Schiff etwas außerhalb angelegt hatte, mussten wir einen kleinen Fußmarsch bis zur Stadtmitte zurücklegen. Uns hat das überhaupt nicht gestört. Frische Luft und Bewegung taten gut zumal ich mich bewegen musste, sonst wäre mir schnell kalt geworden. An der Männerwelt schienen die Temperaturen vorbei zu gehen. Wie man(n) bei minus 2 Grad in kurzer Hose durch die Gegend laufen kann blieb mir schleierhaft. Nicht ganz fair, aber was soll Frau machen? – Einfach mehr bewegen! 😉

Leider hatte sich das Wetter immer noch nicht gebessert. Der Nebel verfolgte uns regelrecht. Wo wir hinkamen, da war er schon. Ich fotografierte hier und dort. Doch es bringt einfach mehr Spaß, wenn der Himmel blau ist. Irgendwie hat die Tristesse aber auch ihre Reize.

 

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Dordrecht im Nebel

 

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Dordrecht von der Engelenburgerbrug-Brücke

 

Mittagessen: Wieder sehr lecker

Zurück an Bord stürzten wir uns auf das Mittagsbuffet. Es war wie immer sehr lecker. Inzwischen schien jeder von den Restaurant-Crew-Mitgliedern zu wissen, dass ich kein Soja essen darf. Schnell waren die sojafreien Gerichte gesichtet und als Hauptspeise bekam ich einen abgewandelten Burger. Während des Mittagessens legte das Schiff mit Ziel Rotterdam ab.

 

Rotterdam: Zu Fuß

Nach dem Essen brauchten wir erstmal eine Ruhepause bevor wir uns auf den Weg machten, um Rotterdam zu erkunden. Wir mummelten uns in unsere Thermojacken ein und marschierten los. Erster Eindruck: Im Vergleich zu den anderen niederländischen Städtchen leider gar nicht schön. Hier gibt es einige Bausünden. Ich suchte verzweifelt nach einem schönen Gebäude um einige schöne Aufnahmen zu bekommen, aber leider war mein Erfolg nur sehr mäßig.

Nach einiger Zeit näherten wir uns einem ziemlich futuristischem Gebäude. Unser Lageplan, den wir eingesteckt hatten, war leider nicht gerade hilfreich. Wir sahen schon von weitem, dass die Wände innen bunt bemalt waren und steuerten zielstrebig drauf zu. Die Spannung stieg. Es handelte sich letztendlich um eine Markthalle mit sehr vielen Fressständen. Die meisten davon natürlich „Nicht-Vegan“. Wir schafften es voller Stolz an den Käsetheken mit den auffallend bunten Käsesorten (ja, es gibt hier u.a. auch türkis- und lilafarbenen Käse) und den Wurstständen vorbeizukommen, ohne schwach zu werden. Zum Glück waren wir nicht hungrig gewesen. 😉 Die Markthalle ist wirklich ein Besuch wert, ob Veganer oder Fleischfresser – das spielt keine Rolle.

 

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Markhalle in Rotterdam

 

Wir streiften weiter durch die Stadt. Das Rathaus gefiel uns, war wegen seiner Größe aber nur schwer auf ein Bild zu bekommen. Wir schlenderten weiter die Fußgängerzone entlang und steuerten die große Kirche an. Es scheint in den Niederlanden in jeder Stadt eine „Grote Kerk“ zu geben. Leider waren bisher alle Kirchen, die wir uns anschauen wollten, verschlossen. In Rotterdam war es leider das selbe. So zogen wir etwas enttäuscht weiter in Richtung Hafen.

 

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Hafenansicht in Rotterdam

 

Yoga und Fitness: Ein bisschen Sport vor dem Jahreswechsel

Zurück an Board machte ich mich für Yoga fertig. Mein Begleiter entschloss sich, den Fitness-Raum unter die Lupe zu nehmen. Die Yoga-Stunde war im Vergleich zum ersten Mal nicht so stark frequentiert. Einige schienen nach dem Herabschauenden Hund und den ganzen Kriegern (ich glaube es gibt davon drei) aufgegeben zu haben. Uns konnte es recht sein. So hatten wir mehr Platz und es bestand nicht die Gefahr die Nachbarfrau beim Ausatmen mit den Armen zu erschlagen. Auffallend war, dass keiner der Männer vom ersten Mal unter den Yoga-Teilnehmern war.

Ich entschied, nach dem Yoga noch einmal kurz im Fitnessraum vorbeizuschauen. Ich stand etwas ratlos vor der Tür. Passe ich hier überhaupt noch mit rein? Der Geruch ließ darauf schließen, dass hier heute schon einige tüchtig geschwitzt hatten. 3 Personen waren gerade am Trainieren – 4 Geräte gibt es insgesamt. Der Abstand zwischen den Geräten ist wirklich minimal. Nach Absprache mit den 3 bereits aktiven Sportlern, zwängte ich mich dazwischen und nahm auf dem Wasser-Rudergerät Platz. So richtig ideal ist der kleine Raum leider nicht. Ein Fenster würde dem Ganzen eine etwas frischere Atmosphäre verschaffen. Aber gut, wer das Wasser sehen möchte und eine frische Brise braucht, kann ja auf dem Sonnendeck seine Jogging-Runden drehen.

 

Es ist Silvester: Wir machen uns schick

Jetzt war es an der Zeit sich schick zu machen; schließlich ist Silvester.

 

Abendessen: 6-Gänge

Um 19:30 Uhr starteten wir zu dem 6-Gänge Silvester-Menü. Einfach köstlich, wie immer. 🙂 Hier einige Impressionen.

 

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Veganes Sushi als Vorpseise

 

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Veganes Boeuf Stroganoff

 

DJ John: Musik bis um Mitternacht

Nach dem Abendessen zog es uns hoch zur silvesterlich geschmückten Horizon Lounge. Hier verbrachten wir die nächsten Stunden bis kurz vor Mitternacht. DJ John aus London legte auf.

 

Happy New Year: Leider zu neblig

Kurz vor Mitternacht packten wir uns warm ein und marschierten zum Sonnendeck hinauf. Die Befürchtungen hatten sich leider bewahrheitet. Es war zu neblig, um die Lichtershow und das Feuerwerk der Stadt sehen zu können. Aber dafür entging unseren Ohren nichts. Was wir zumindest sahen, waren die angezündeten Feuerwerkskörper der Anwohner gegenüber unserer Anlegestelle.

Vielleicht gibt es nächstes Jahr dann wieder ein spektakuläres Feuerwerk zu sehen …

 

Tag 4: Der erste Tag des Jahres

Die guten Vorsätze: Muss das jetzt sein?

Tatsächlich waren einige gleich morgens mit ihren guten Vorsätzen gestartet. Wir hörten dies in Form von Trampeln und Stampfen auf dem Sonnendeck. Einige waren auf die Idee gekommen, heute früh die Jogging-Strecke zu nutzen, was dezent in unserer Kabine zu hören war. Wir stellten fest, dass es ganz schön viele verschiedene Laufstile gibt. Das Gewicht spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Während ich diese Zeilen schreibe, scheint über uns jemand „Hantelwerfen“ zu üben. 😉

Die Kabinen auf dem Horizon Deck sind sehr schön, dafür sind es die Geräusche vom Deck darüber weniger. Wir hofften, dass nicht noch mehr Gäste auf die Idee kommen, ihre guten sportlichen Vorsätze zeitnah in die Realität umzusetzen.

Essenszeit: Heute wird gebruncht

Wie wir vom Barkeeper hörten, hatten ein paar ausdauernde Passagiere bis heute Morgen um 06:30 Uhr gefeiert. Dirk, der Geschäftsführer von Vegan Travel, hatte dies schon vorhergesehen und statt den üblichen Essenszeiten einen „Katerbrunch“ angesetzt. Die Auswahl am Buffet war wie immer groß. Da wir bald in Antwerpen ankommen würden, mussten wir uns sputen um den Ausflug nicht zu verpassen.

 

Ausflug Antwerpen: Oh ist das kalt!

Von Antwerpen aus standen 3 Ausflüge zur Wahl. Eine Fahrt nach Brüssel, eine nach Gent oder ein Spaziergang durch Antwerpen wurden angeboten. Wir hatten uns für letzteres entschieden, da wir nicht so lange im Bus sitzen wollten.

Unser englischsprachiger Guide empfing uns im Foyer. Es schienen jedoch nicht alle Antwerpern-Interessierten mitbekommen zu haben, dass der Ausflug vorverlegt wurde. Also noch eine Durchsage zur Erinnerung und nach einer kurzen Wartezeit ging es los.

Ich hatte von Antwerpen so meine Vorstellungen. Bestimmt ist die Stadt sehr schick und modern, dachte ich. Die Hafenregion und das Rotlichtviertel durch welche wir stiefelten, um in die Stadt zu kommen, vermittelten diesen Eindruck überhaupt nicht. Die Innenstadt mit den alten historischen Häusern machte aber alles wett. Das Rathaus und die große Kirche (ja, schon wieder eine) konnte man gar nicht verfehlen.

Wir kämpften fast alle mit den viel zu niedrigen Temperaturen und vor allem mit dem eisigen Wind. Wegen des Neujahr-Tages waren die Museen und öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Die Hoffnung, sich darin aufwärmen zu können, war somit dahin. Ein Großteil von uns hielt, dank einer kleinen Feuerstelle an der Eisbahn, doch bis zum Ende durch.

Unser Guide war super und sein Englisch perfekt. Er bot uns an, noch mehr von der Stadt zu zeigen, aber wir konnten und mochten nicht mehr. Die Zähne klapperten. 😉 So marschierten wir zurück zum Schiff und wärmten uns bei einer Tasse Tee auf.

 

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Hafenansicht von Antwerpen

 

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Impression von Antwerpen

 

Kaffeepause: Endlich wieder was für zwischen die Zähne

Bisher hatten wir die Kaffeepausen immer sausen lassen, heute kamen wir mehr zufällig gerade zur rechten Zeit. Alles sojafrei, hatte mir der Kellner schon von weitem zugerufen. Eigentlich wollte ich ja gar nichts essen, jetzt war ich aber zumindest zum probieren verurteilt. 😉

 

Nächster Programmpunkt: Hangover Yoga

Ich war gespannt was sich dahinter verbergen würde. So wirklich ideal waren die Voraussetzungen allerdings nicht, da ich gerade Kuchen in mich hineingemümmelt hatte. Aber gut, wir werden sehen, dachte ich mir. Unsere Gruppe war in den letzten Tagen bereits geschrumpft. Die üblichen Ausdauernden waren auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Es war eine entspannte halbe Stunde mit viel Stretching. Für die Meisten sicherlich genau das Richtige am heutigen Tage. Der Kuchen in meinem Magen verhielt sich friedlich.

 

Abendessen: Wir kommen

Es war mal wieder an der Zeit zu essen. Wie immer war alles schmackhaft. Die Soßen hatten es mir angetan und so behielt ich meine Favoriten sicherheitshalber im Hinterkopf. Vielleicht habe ich eine Chance heraus zu bekommen, wie die zubereitet werden.

 

Abendprogramm: Zeit zum Chillen

Wer wollte, konnte sich im Pool-Bereich den Film „Catch me if you can“ anschauen und dabei Popcorn knabbern. Wir kannten den Film schon und entschieden uns, uns zurückzuziehen. Der Fernseher musst ja auch mal getestet werden.

 

Bar: Ein Besuch an der Bar musste noch sein

Wir rappelten uns jedoch nochmals auf und statteten der Bar einen kleinen Besuch ab. Das Mitternachtsbuffet war fast leergefegt, wir angelten uns aber noch einige – ähhh, wie nenne ich die jetzt – vegane Chicken Nuggets. Krass, die waren vielleicht lecker. Wenn es mir keiner gesagt hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen, kein echtes Hähnchenfleisch zu essen. Nur bei sehr genauem Hinschauen hätte man eventuell anhand des Aussehens feststellen können, dass dies kein Fleisch war. Meinem Begleiter ging es ähnlich. Der beste Beweis: Er holte sich bereits Nachschub, da hatte ich noch nicht einmal probiert gehabt.

Der Koch steht gerne am Mitternachtsbuffet und unterhält sich mit den Passagieren. Ich ging gleich auf Angriff über und bombardierte ihn mit meinen „Soßen-Fragen“. Die Rezepte habe ich zwar nicht ergattern können, aber die Grundbasis und das Verhältnis der Zutaten habe ich erfahren. Wird direkt zu Hause ausprobiert. 🙂

 

Du willst mehr lesen? Hier geht es zum Teil 3.

Von | 2017-05-22T13:59:21+00:00 3 Jan 2017|Blog, Reise-Tipps|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Traudel 10. Januar 2017 um 23:42 Uhr - Antworten

    Diese Reise war wohl ziemlich entspannt und abwechslungsreich. Sich Gedanken darüber zu machen, welche Zutaten sich in den Speisen befinde und ob man das überhaupt essen darf, entfällt. Herrlich!

    Suche schon lange für meine Tochter ein Ersatzprodukt für Käse. Kann man den veganen Käse in bestimmten Filialen kaufen oder wo findet man den?

    Werde meine Tochter mal auf diese Kreuzfahrt aufmerksam machen. Wer weiß schon, dass es vegane Kreuzfahrten gibt und dabei Nicht-Veganer sich auch wohlfühlen.

    • Dana Kinzel
      Dana Kinzel 13. Januar 2017 um 12:24 Uhr - Antworten

      Hallo Traudel,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Da gebe ich dir recht, es ist wirklich entspannt gewesen.

      Ich vermute du wolltest deinen Post unter den Teil 3 unserer Reise setzen. Da hatten wir nämlich von der Käseverkostung der simplyV-Produkte berichtet. Das macht aber nichts. Nur wer jetzt etwas verwirrt ist, hier geht es zum 3. Teil. 😉

      Zu deiner Frage. Ich habe bei uns bisher nur im Rewe und Edeka den Frischkäseaufstrich Natur und Kräuter von simplyV finden können. Der Wilmersburger Käse ist aktuell in unseren Märkten noch stärker vertreten. Hierbei sind aber nicht alle Sorten sojafrei, falls das für deine Tochter relevant sein sollte. In größeren Städten gibt es aber bestimmt schon eine größere Auswahl von simplyV Produkten in den Märkten. Ich vermute mal, dass sie jetzt so nach und nach von immer mehr Märkten ins Sortiment mit aufgenommen werden.

      Hab gerade gesehen, dass simplyV einen Shop-Finder auf der Seite hat. Schaut doch mal da nach. Hier der Link.

      Schöne Grüße
      Dana

  2. Traudel 21. Januar 2017 um 18:34 Uhr - Antworten

    Ach du liebe Güte, da bin ich bei den Teilen (2 und 3) durcheinandergekommen. Mein Post gehört natürlich zum 3. Teil.
    Das nächste Mal passe ich besser auf. Und danke für den Tipp. Habe schon nachgesehen.

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