Unser 10-Punkte-Check: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt

///Unser 10-Punkte-Check: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt

Wenn du schon unsere Reiseberichte verfolgt hast (Teil 1, Teil 2, Teil 3), bist du bereits bestens informiert. Aber nochmals kurz zusammengefasst.

Wir waren 7-Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt ab/bis Amsterdam. Mein Partner, ein großer Käseliebhaber und ich, konsequente Teilzeit-Veganerin, waren gespannt, was uns auf der Reise erwarten würde. Wir waren komplette Flusskreuzfahrt-Neulinge. Unmodernes Schiff, altes Publikum und krasse Öko-Veganer? Einige unserer Vorurteile hatten wir recht schnell über Bord geworfen. Lies mehr über unseren 10-Punkte-Check.

 

Unser 10-Punkte-Check: 7 Tage auf einer veganen Flusskreuzfahrt

 

Punkt 1.  Das Schiff: Altbacken?

Flussschiffe sind unmodern und altbacken! Dieses Vorurteil ist anscheinend weit verbreitet. Ich muss gestehen, meine Vorstellungen waren ähnlich gewesen. Aber Pustekuchen – die Emerald Dawn ist dies mit Sicherheit nicht. Wir hatten uns das Schiff natürlich schon vorab auf der Seite von Vegan Travel angeschaut und staunten nicht schlecht über unser modernes Wasser-Hotel. Von den Kabinen bis hin zu den öffentlichen Räumlichkeiten – alles sehr schick. Hier fühlt sich auch die jüngere Generation wohl. Trotz Modernität vermittelten alle Räumlichkeiten eine gemütliche Atmosphäre.

 

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Emerald Dawn Modernität

 

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Emerald Dawn Bar

 

Das Fitnessstudio bekommt von uns wegen seiner Größe einen Punkt Abzug. Wir waren zu viert in dem kleinen Raum. Puuh – das ist aber auch wirklich das Maximum. Darüber hinaus heißt es: Wegen Überfüllung geschlossen. 😉 Zu anderer Jahreszeit lockt ja das Sonnendeck zum Runden drehen. Der Pool befindet sich im hinteren Teil des Schiffs und ist auch überschaubar. Durch die Gegenstromanlage benötigt man aber doch ein paar Schwimmzüge mehr, als man anfangs erwartet. Super spannend an dem Pool, er verwandelt sich in Windeseile in eine Sportfläche. Das Wasser wird in Behälter gepumpt und dort gespeichert. Dann heißt es kurz Boden trocken wischen und nichts steht dem Kalorienverbrennen im Wege.

 

Punkt 2.  Flussschiffahrt: Älteres Publikum? Hier nicht.

Jeder kennt die Aussage: Flussschifffahrten sind für ein älteres Publikum. Wir müssen deutlich sagen: Das war auf unserer Reise gar nicht der Fall. Es waren viele junge Gäste mit an Bord gewesen. Ich würde unsere Truppe als eine bunte Mischung von der kleinen zweijährigen Maus bis zum Privatier beschreiben. Dies hängt sicherlich mit der veganen Ausrichtung der Reise zusammen. In Unterhaltungen hörten wir heraus, dass der vegane Aspekt und nicht unbedingt die Flussschifffahrt ausschlaggebend für die Teilnahme an der Reise war.

Punkt 3.  Passagiere: Alles krasse Veganer? Mit Nichten.

Was für Menschen werden unsere Mitreisenden sein – alles strenge Veganer im Öko-Outfit, fragten wir uns vor unserer Reise? Die Antwort war schnell geklärt – nein! Veganer, Vegetarier (es gab viele Käseliebhaber an Bord, wie wir während der Reise feststellten) und auch Fleischesser, die einfach neugierig waren, hatten sich unter die Gäste gemischt. Das Verhältnis war angeblich 60% Veganer und 40% anderer Essens-Spezies. Daher keine Angst, die Gespräche drehen sich auch um ganz irdische Themen und nicht nur um Veganismus.

 

Punkt 4.  Das Essen: Vegan macht schlank? Nicht hier

Der Chefkoch Matthias war schon auf einigen Reisen von Vegan Travel dabei gewesen. Das Essen war köstlich und sehr abwechslungsreich. FÜNF Mahlzeiten wurden am Tag angeboten. Hier drohte also wirklich keiner zu verhungern, sondern eher „Veganen-Speck“ anzusetzen. Zum Frühstück erstreckten sich zahlreiche Speisen auf einem umfangreichen Buffet, die nur darauf warteten, von uns verschlungen zu werden. Mittags drehten wir ebenfalls unsere Runden um das Buffet, die Hauptspeise wurde aber serviert. Das Abendessen fand dann vollständig in Menü-Form statt. Zwischendrin musste dem Kuchenbuffet natürlich noch ein Besuch abgestattet werden. Wenigstens zum Gucken. Und dann wartete ja noch der Mitternachtssnack auf die 180 Leckermäuler an Bord.

Achtung: Zum Abnehmen ist die Reise auf keinen Fall geeignet! 😉

 

Punkt 5.  Programm: Bingo und Kaffeeklatsch?

Vegan Travel bot ein buntes Bord-Programm an. Bingo und Kaffeeklatsch waren nicht von der Partie – ein Glück. Stattdessen reichte es von Yoga-Stunden, über Vorträge bis hin zu Kinofilmen und Gruppenspielen. Spezielle Trainer und Experten waren mit an Bord des Schiffes und gaben ihr Wissen zum Besten. Langeweile gab es bei uns sicherlich nicht. Schon alleine das Studieren der Getränkekarte nahm Anfangs einige Zeit in Anspruch. Und wer einfach seine Ruhe wollte, der schnappte sich ein Buch oder gönnte sich einen Drink in der Lounge.

Neben dem Bord-Programm, standen natürlich immer wieder Landgänge an. Einzige Entscheidung, die wir treffen mussten: Gehen wir selbst auf Entdeckungstour oder schließen wir uns einem geführten Ausflug an? Zu den Touren konnten wir uns schon vor der Reise anmelden. Restplätze waren aber für fast alle Ausflüge noch an Bord verfügbar. Wir hatten die meisten Häfen auf eigene Faust erkundet, uns aber für einen geführten Stadtspaziergang in Antwerpen entschieden. Der Guide war gut informiert und sprach ausgezeichnetes Englisch. Viele Ausflüge wurden aber auch in deutscher Sprache angeboten. Also keine Angst! Das Preis-Leistungs-Verhältnis fanden wir vollkommen angemessen. Wer lieber an Bord bleiben wollte, um die Kaffeepause nicht zu verpassen (man könnte hier ja noch vom Fleische fallen), konnte es sich getrost in der Lounge oder im Pool gut gehen lassen.

 

Punkt 6.  Die Kabinen: Altbacken?

Alte, schwere Möbel in dunklen Farben – das gibt es hier nicht! Die Kabinen sind wie das ganze Schiff modern eingerichtet. Uns gefielen sie auf Anhieb. Die hellen Farben versprühten ein angenehmes Flair. Als wir auf die Kabine kamen, loderte ein Kaminfeuer mit Hintergrundmusik auf unserem Fernseher. Unsere Kabinen-Steward Erika sorgte dafür, dass es immer an war, wenn wir vom Abendessen kamen.

 

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Emerald Dawn Kabine

 

Wir waren auf dem Horizon Deck untergebracht. Es fehlte an nichts. Fön, Safe, Nespresso-Maschine, Minibar – alles was wir brauchten war vorhanden. Unsere Kabine war etwas größer. Sie verfügte über einen kleinen „Innen-Balkon“ mit zwei Stühlen. Ein Flussschiff ist nun mal kein Fußballstadion, aber die Kabine war groß genug für uns.

Von der Sauberkeit hatten wir auch nichts auszusetzen. Es war alles tipptopp. Wir hätten problemlos vom Fußboden essen können. Kein Wunder, Erika putzte zweimal am Tag.

Der einzige Nachteil war, dass sich über unserer Kabine bedauerlicherweise das Sonnendeck mit der Joggingstrecke befand. Den Lärm konnten wir leider nicht überhören. Ansonsten drangen nur wenige Geräusche aus dem Flur und den Nachbarkabinen hindurch.

Auch hier: Dicker Pluspunkt für die Kabinen! Wer sich für das Horizon Deck entscheidet, lieber hoffen, dass nicht so viele Sportwütige mit an Bord sind.

 

Punkt 7.  Die Kosmetika: Auch vegan!

Selbst die kleinen hübschen Pröbchen, die immer in Hotels zu finden sind, waren vegan. Wir hatten sogar die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Herstellern. Wir probierten uns einfach durch. Der starke Zitrusduft breitete sich schnell in unserer Kabine aus. Die Intensität muss man mögen. Hübsch fürs Auge sind sie auf jeden Fall. 🙂

 

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Kosmetikproben Pure

 

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Kosmetikproben L’Occitane

 

Punkt 8.  Der Service: Ganz großes Lob!

Den Service müssen wir ganz groß hervorheben. Der war erste Klasse und ich bin sonst ein sehr kritischer Mensch. Gerade als Allergiker ist es nicht immer einfach. Das Service-Personal erkannte mich aber schon bald und war mir bei Fragen immer behilflich. Im Notfall wurden die Verpackungen heraus gesucht und die Inhaltsstoffe gemeinsam, genauestens studiert.

Unser zuständiger Kabinen-Steward kümmerte sich rührend um uns. Das muss hier noch einmal erwähnt werden. Selbst die im Reisepreis inkludierte Minibar war stets aufgefüllt, sobald wir nur ein Getränk entnommen hatten. Die Aufmerksamkeit der Crew war einfach einzigartig.

 

Punkt 9.  Der Veranstalter: Vegan Travel

Wir waren mit Vegan Travel und der Organisation sehr zufrieden. Die Unterlagen erhielten wir im Vorhinein per E-Mail. Um die Anreise hatten wir uns selbständig gekümmert.

Selbst als eine kleine Routenänderung, wegen eines Schiffsunfalls auf der Maas anstand, organisierte Vegan Travel dies kurzerhand. Die eigentliche Route mit Stopp in Maastricht hätten wir Düsseldorf natürlich vorgezogen, aber die Strecke war unbefahrbar – was will man machen. Dafür freuten sich die Amerikanischen und Britischen Gäste an Bord besonders eine deutsche Stadt kennen zu lernen und wir genossen das schöne Wetter in Deutschland – endlich mal kein Nebel!

 

Punkt 10. Inkludierte Leistungen

Inkludiert waren bei unserer Reise die Übernachtung mit All-Inclusive-Verpflegung und das gesamte Bordprogramm! Auch hierbei fanden wir, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis vollkommen angemessen war. Auf dieser Reise verhungert oder verdurstet mit Sicherheit keiner. Für uns war das Angebot fast zu umfangreich, so dass wir hin und wieder die eine oder andere Mahlzeit auslassen mussten, um überhaupt mal wieder etwas Platz im Magen zu schaffen. Das was geboten wird, ob Essen oder die Getränke, ist spitze. Die Getränkekarte in der Lounge ist so umfangreich. Ich wage zu bezweifeln, dass es jemand geschafft hat, alles durchzuprobieren. Es handelt sich bei den Getränken auch nur um namhafte Marken. Cocktail-Liebhaber brauchen sich auch keine Sorgen zu machen – jaaaa Pina Colada gibt es auch Vegan. 🙂 Und wenn der Lieblings-Cocktail nicht auf der Karte ist, einfach nachfragen!

 

Unser Fazit:

Uns hat die Reise sehr gut gefallen, obwohl wir anfangs etwas skeptisch waren. Wir können es nur empfehlen, ob Veganer oder nicht, probiert es aus. Ein bisschen probierfreudig sollten Nicht-Veganer natürlich sein. Vegane Ernährung kann sehr vielseitig sein, das macht das Küchen-Team schnell deutlich. Ein Bedürfnis nach tierischen Produkten hatten wir nach der Reise kein bisschen. Wobei einige ihren Käse doch zu vermissen schienen. Aber eins kann ich dir versprechen, verhungern tut man beim Pflanzen futtern mit Sicherheit nicht. Bei uns heißt es jetzt erstmal „abspecken“. 😉

In diesem Sinne, wir hoffen es hat dir Spaß gemacht an unserer „literarischen“ Reise teilzunehmen. Wir freuen uns über deine Kommentare, ob Veganer, Käse-Liebhaber oder Fleisch-Fresser.

Von |2017-05-22T14:03:08+00:0013 Jan 2017|Blog, Reise-Tipps|0 Kommentare

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