Unser 10-Punkte-Hotel-Check: Biohotel Bayerischer Wirt, Augsburg

///Unser 10-Punkte-Hotel-Check: Biohotel Bayerischer Wirt, Augsburg

Dieses Mal sind wir in Augsburg, einer Stadt ca. 80 km entfernt von München, in Bayern. Wir haben uns für das Bio Hotel Bayerischer Wirt entschieden. Das 3-Sterne-Hotel verfügt über 29 Zimmer. Das Hotel mit zugehörigem Restaurant ist komplett biologisch ausgerichtet. Das Highlight ist die zugehörige Salzgrotte mit Gesundheitszentrum, die für Menschen unterschiedlicher Erkrankungen (u.a. Allergiker, Asthmatiker etc.) positive Wirkungen haben soll.

 

Unser Testverfahren:

Wir wollen dir kurz einige Infos zu unseren Hotel-Tests geben, falls es der erste sein sollte, den du gerade liest. Wenn du den vorherigen schon kennst, kannst du diesen Absatz einfach überspringen. Also die Hotels sind nicht informiert, wer wir sind und dass wir kommen. Wir sind für das Hotel ein ganz normaler Gast mit Allergien. Unser Aufenthalt dauert meistens eine Übernachtung. Also lang genug, um Zimmer, öffentliche Räumlichkeiten, sowie Abendessen (falls angeboten) und Frühstück unter die Lupe zu nehmen.

 

Unser 10-Punkte-Hotel-Check: Bio Hotel Bayerischer Wirt, Augsburg, Bayern

Gemütliche Atmosphäre, hilfsbereites und gut informiertes Personal – aber kleines Manko bei den Betten

 

Punkt 1. Die Hotelauswahl: Hört sich vielversprechend an

Wir waren im Internet auf das Bio Hotel Bayerischer Wirt aufmerksam geworden. Das Hotel wirbt damit, auf Menschen mit Laktose- und Glutenunverträglichkeiten, sowie auf Vegetarier und Veganer einzugehen. Außerdem gibt es speziell für Allergiker geeignete Zimmer. Hierzu aber später mehr.

 

Punkt 2. Der erste Kontakt: Sehr positiv

Nach meiner Internetrecherche telefonierte ich kurzerhand mit dem Hotel. Mir wurde bestätigt, dass die Bio- und Salz-Zimmer für Allergiker geeignet seien. Das Salzzimmer (es gibt nur eins) war leider bereits vergeben, daher buchte ich ein Biozimmer. Der freundliche Herr wies mich darauf hin, dass das Restaurant Sonntagabends geschlossen hat. Mir machte dies aber nichts aus. Ich deutete noch an, dass ich mich vegan ernähre und keine Soja-Produkte zu mir nehmen darf. Das war gar kein Thema. Hörte sich also sehr vielversprechend an.

 

Punkt 3. Die Anreise: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar

Das Hotel liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums. Mit der Buslinie 23 kommt man aber problemlos vom Hauptbahnhof in Augsburg zum Hotel. Die Bushaltestelle, die sich normalerweise direkt vor dem Hotel befindet, war leider aus dem Fahrplan genommen. Die nächste lag aber gerade mal 300 Meter vom Hotel entfernt. Alles kein Problem. Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt mit dem Bus vom Hauptbahnhof zum Hotel. Da eine Veranstaltung im Haus stattfand, war die Rezeption noch besetzt. Sonst ist dies sonntags nicht üblich. Ich hatte zur Sicherheit einige Tage zuvor schon einen Code zur Öffnung der Tür zugeschickt bekommen. Brauchte ihn demnach aber nicht. Als ich ankam, konnte ich problemlos an der Rezeption einchecken. Ich wusste bereits, dass ich das Zimmer um 11:00 Uhr am nächsten Morgen räumen muss. Da ich am Sonntag das Gesundheitszentrum nicht mehr unter die Lupe nehmen konnte, fragte ich, ob ich länger im Zimmer bleiben darf. Es klappte. Was mich sehr gefreut hat.

Kleiner Tipp: Wer im Bayerischen Wirt nur von Sonntag bis Montag bleibt, sollte wissen, dass das Gesundheitszentrum am Sonntag um 14:00 Uhr zu macht und Montag erst um 10:00 Uhr wieder öffnet. Also lieber einen anderen Wochentag wählen oder gleich ein paar Tage bleiben. 🙂

 

Punkt 4. Das Hotel: Komplett Bio

Das Hotel liegt an der Hauptstraße. Das orangefarbene Gebäude kann nur schwer übersehen werden. Über eine kleinen Hof gelangt man zum Eingang.

Insgesamt verfügt das Hotel über ein Restaurant, drei Tagungsräume und ein Gesundheitszentrum.

Die Hotelräumlichkeiten sind mit Fliesen oder Holzfußboden ausgestattet. Lediglich die Gänge zu den Zimmern weisen Teppichboden auf.

Unterschieden wird zwischen drei verschiedenen Zimmerkategorien, von denen zwei als für Allergiker geeignet angegeben werden. Hierzu zählen das Salz- und die Bio-Zimmer. Im  Salzzimmer wurden ebenso wie in den Biozimmern nur natürliche Stoffe verwendet. Anders als bei den übrigen Zimmern, wurde im Salzzimmer sechs Tonnen Himalaya Kristallsalz beim Bau verwendet. Dadurch wird ein angenehmes Raumklima geschaffen, das zur Linderung bei Allergien, Erkrankungen der Bronchen und der Haut beitragen soll.

 

aussenansicht

Aussenansicht Biohotel Bayerischer Wirt

 

Punkt 5. Die Bio-Zimmer: Alles aus Holz – aber ein kleines Manko gibt es

Mein Bio-Zimmer machte einen sehr freundlichen Eindruck. Alles helles Holz. Das freut Allergiker doch. 🙂

Das Zimmer an sich verfügt über einen hellen Holzfußboden. Im Bad ist eine Art Laminat verlegt. Mein Fenster ging zur Seite hinaus. Aus dem Winkel konnte ich die Straße sehen, vom Geräusch war es aber sehr dezent. Außen war ein Rollladen angebracht. Die Vorhänge beäugte ich etwas misstrauisch. Klar, gemütlicher wird es dadurch – für Hausstauballergiker wäre es aber besser darauf zu verzichten.

 

zimmer

Das Bio-Zimmer ist mit Holz-Möbeln ausgestattet.

 

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Im Bio-Zimmer ist Holzfußboden verlegt.

 

Das Bad war hell und freundlich, in Weiß und Naturtönen eingerichtet. Bei der Dusche war etwas Vorsicht beim Öffnen der Türen geboten, damit das Wasser nach dem Duschen nicht hinaus tropfte. Das Bad verfügte über eine Belüftung, die zum Glück über einen separaten Schalter bedient werden konnte. So konnte sie ausgestellt werden, wenn sie nicht benötigt wurde. Dieses Brummgeräusch kann in einigen Hotels schon anstrengend sein.

Einen Abzug gibt es für das sehr kleine Waschbecken. Mich hat es anfangs nicht gestört. Als ich jedoch die Wasserkaraffe mit den Edelsteinen und den Hinweis fand, dass man diese im Bad unter dem Wasserhahn mit Granderwasser auffüllen kann, stand ich vor einem großen Rätsel. Wie fülle ich diese große Karaffe unter dem flachen Hahn auf? Entweder ich hätte sie nur zu 1/5 gefüllt oder den Duschkopf verwenden müssen. Ich entschied mich für ersteres. Wer sich jetzt fragt, was Granderwasser ist, hier eine kurze Erklärung. Granderwasser ist belebtes Wasser. Hierbei wird ein zusätzliches Gerät eingebaut, das das Leitungswasser verbessern soll. Es soll das Wohlbefinden unterstützen und Lebensmittel schmackhafter machen. Ob das tatsächlich der Fall ist, ist umstritten. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien hierzu. Geschmeckt hat es jedenfalls und keiner braucht Wasserflaschen mitzuschleppen.

 

bad

Das Waschbecken ist etwas klein.

 

karaffe

Die Karaffe kann mit Granderwasser aus der Leitung gefüllt werden.

 

Nun zum Bett. Dies haben wir uns natürlich auch wieder näher angeschaut. Bei allen Bettwaren war ein Vermerk, dass es sich um Naturfasern und biologischen Anbau handelt, so wie das Hotel es auch bewirbt. Das passt also. 🙂 Encasings waren leider auch hier nicht vorhanden.

Mein erster Blick fiel mal wieder auf das Zierkissen. Bei näherer Betrachtung war ich gar nicht erfreut. Polyester ist akzeptiert, aber Handwäsche – leider ein No go für Allergiker. Die zusätzliche Überdecke war nur bei 30° waschbar, leider auch nicht ideal. Das Kopfkissen erfreute mich auch nicht sonderlich. Es war ein extra Bezug darum, der lediglich in die chemische Reinigung gegeben werden durfte. Bei allen anderen Bettwaren war die Reinigung bei 60° angegeben. Das ist in Ordnung. 95° wären natürlich besser. Aber mit 60° geben wir uns fürs erste zufrieden. 😉 Die Matratze erfreute mich wirklich: Kaltschaum mit einem extra Bezug, der bei 60° gewaschen werden darf. Das hört sich doch mal gut an.

 

bett-bio-zimmer

Die Matratze ist für Allergiker geeignet.

 

Wer sich rund um für Allergiker gerechte Betten informieren möchte, sollte mal in unserem zugehörigen Artikel nachlesen.

Im Großen und Ganzen ein sehr schönes Zimmer, dass für Hausstauballergiker bei den Bettwaren aber noch optimiert werden muss.

 

Punkt 6. Die Technik: Nicht ganz einwandfrei

WLAN steht kostenlos zu Verfügung. Mein Code lag bereits auf dem Zimmer. An der Rezeption war mir aber auch schon einer in die Hände gedrückt worden. Leider hatte ich mit der Verbindung wieder meine Schwierigkeiten. Meine Geräte wollten aus Sicherheitsgründen keine Verbindung herstellen.

Ein TV war ebenfalls im Zimmer vorhanden – das Bild jedoch nicht das große Highlight. Es gibt aber auch andere Dinge, mit denen man sich im Hotel beschäftigen kann.

Vom Zimmertelefon hatte ich die Rezeption angerufen, nach dem ich die Durchwahl nach einigem Suchen im Hotelordner gefunden hatte.

 

Punkt 7. Das Frühstücksbuffet: Sehr zu empfehlen

Die Größe des Frühstücksbuffets war vollkommen in Ordnung. Die Produkte und das Angebot haben sehr überzeugt. Selbstverständlich ist auch hier alles Bio.

Starten wir mit den Getränken. Auf der Theke war eine große Auswahl an losen Teesorten aufgebaut. Für Teeliebhaber wird es hier schwer, sich zu entscheiden. Selbstverständlich werden auch Kaffee und Säfte angeboten. Wer möchte, kann sich einen frisch gepressten O-Saft zubereiten. Außerdem gibt es verschiedene Superfood Pulver, die man sich in die Getränke o.ä. mischen kann. Probieren sollte man es auf jeden Fall.

Nun aber zum Essen. Eine bunte Auswahl an Leckereien erwartete die Hotelgäste. Das Angebot reichte von Brot, Brötchen, Joghurt, einer großen Auswahl an unterschiedlichsten Müslis und Milchsorten, bis hin zu Lachs, Käse und Wurst.

Allergiker haben allen Grund sich zu freuen. Es gab eine extra Ecke mit Brot, Schneidebrett und Messer für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Außerdem sind einige der Müslis als glutenfrei gekennzeichnet gewesen. Wer an Laktoseintoleranz leidet, findet ebenfalls eine kleine Ecke mit Produkten (Milch, Joghurt, Humus etc.) für sich und kann zusätzlich noch beim veganen Angebot unbesorgt zugreifen. Dies reicht von veganer Margarine, über Brotaufstriche, Obstsalat, warmem Haferbrei, bis zu Müslis, die mit den verschiedensten pflanzlichen Milchsorten kombiniert werden konnten. Wer sich wegen den Inhaltstoffen nicht sicher ist – einfach nachfragen. Ich hab das auch mehrmals gemacht. Der Herr war sehr freundlich und konnte alles auf Anhieb beantworten.

 

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Mein Frühstück im Hotel – alles Bio!

 

Das Frühstück bekommt von uns volle Punktzahl. Gesundheitsbewusste Gäste und Allergiker werden sich hier wohlfühlen. Wer morgens jedoch Chicken Wings und Würstchen frühstücken will, sollte sich nach einer alternativen Unterkunft umschauen.

 

Punkt 8. Die Speisekarte: Ein Traum für Allergiker

Das Abendessen konnte ich am Sonntag leider nicht testen, da das Restaurant geschlossen war. Ich hatte mir aber im Vorhinein die Speisekarte im Internet angeschaut. Ich war begeistert. So eine tolle Karte sieht man selten. Die Gerichte waren mit Symbolen für vegan, vegetarisch, laktose- und glutenfrei gekennzeichnet. Damit lässt sich die Karte ganz schnell überfliegen. Außerdem war bei den Gerichten jeder einzelne Bestandteil angegeben. Wenn Sahne verwendet wurde, stand dort sogar, um welche Sahne (z.B. Hafersahne) es sich handelte. Das ist perfekt für Menschen, die an mehreren Allergien leiden oder einfach wissen wollen, was sie zu sich nehmen. Zusätzlich waren bei jedem Gericht die enthaltenen Allergene aufgelistet. Auch die Wirkung einzelner Lebensmittel wurde bei einigen Gerichten beschrieben. So eine vorbildliche Karte habe ich selten zu Gesicht bekommen.

 

Punkt 9. Das Gesundheitszentrum: Alles dreht sich um das Salz

Das Gesundheitszentrum besteht aus der Salzgrotte, einer Salzsauna, Gesundheitsmassageliegen, einer finnischen Sauna und einer Infrarotkabine. Außerdem werden Massagen und an bestimmten Terminen im Monat unterschiedliche Veranstaltungen angeboten. Hierzu zählen beispielsweise Klangschalenmeditationen und Trommelreisen. Wer einige Tage länger bleiben will, sollte vorab einen Blick auf die Termine werfen.

 In der Salzgrotte herrscht eine Temperatur von 18°. Die Ruhe und das Kristallsalz aus dem Himalaya sollen eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung für Menschen mit den unterschiedlichsten Erkrankungen haben. Die Luft enthält u.a. Bestandteile wie Magnesium, Kalium, Calcium sowie Eisen und ist frei von Bakterien und Allergenen. Eine Sitzung dauert 45 Minuten. Ein kleiner Bereich zum Spielen für die Kinder ist auch vorhanden.

In der Salzsauna herrscht eine Temperatur bis max. 40°. Sie soll zum Entschlacken des Körpers und der Öffnung der Poren beitragen. Auch hier dauert eine Sitzung eine Dreiviertelstunde.

Wer die Infrarotkabine oder die finnische Sauna ausprobieren möchte, braucht einfach nur an der Rezeption Bescheid geben. Die Infrarotkabine ist innerhalb von fünf bis zehn Minuten erwärmt und bietet Platz für eine Person. Der Gast kann selbst entscheiden, welche Lichtfarbe er bevorzugt und sie innen manuell verändern. Jeder Farbe wird eine andere heilende Wirkung nachgesagt.

Für Hotelgäste ist der Besuch der Salzgrotte, der Salzsauna, der normalen Sauna und der Infrarotkabine inklusive. Auch externe Gäste dürfen hier gegen Gebühr die Seele baumeln lassen.

 

Punkt 10. Sonstige Allergien: Vorher erkundigen

Haustiere sind im Biohotel Bayerischer Wirt erlaubt. Tierhaarallergiker sollten bei Buchung nachfragen, ob ein spezielles Zimmer verfügbar ist, in dem Haustierhaltung nicht gestattet ist.

Wer an einer Pollenallergie leidet – bitte vorher einen Blick auf die Pollenflugvorhersage für Augsburg werfen. Außerhalb der Pollensaison steht einigen geruhsamen Tagen im Biohotel nichts im Wege.

 

Unser Fazit:

Das Bio Hotel Bayerischer Wirt punktet mit einer angenehmen Atmosphäre und freundlichem, gut informiertem Personal. Das Essensangebot sowie die Kennzeichnung der Speisen muss besonders hervorgehoben werden. Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz sowie Veganer und Vegetarier eine wirkliche Empfehlung.

Das Gesundheitszentrum lädt jeden, ob Allergiker oder einfach nur ein Entspannungssuchender, zum Verweilen ein. Bei dem Angebot findet jeder etwas für sich und es ist eine gute Gelegenheit, mal etwas anderes auszuprobieren.

Einzig und allein mussten wir die Bettwaren in den „Bio-Zimmern“ bemängeln. Diese sollten grundsätzlich bei mind. 60°, noch besser bei 95° waschbar sein. Leider war dies nicht bei allen Bettwaren der Fall.

 

Von |2017-05-22T14:13:34+00:003 Feb 2017|Blog, Hotel-Check|0 Kommentare

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