Als Vegetarier und mit Laktoseintoleranz entlang der amerikanischen Ostküste

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Als Vegetarier und mit Laktoseintoleranz entlang der amerikanischen Ostküste2018-06-18T08:49:40+01:00

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    Im August letzten Jahres ging es für mich auf große Reise, ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. 2 Wochen war ich entlang der amerikanischen Ostküste unterwegs und möchte in diesem Beitrag ein paar meiner kulinarischen Erfahrungen gerne mit euch teilen. Folgende Stationen standen unter anderem auf dem Programm: New Orleans, Panama City, Daytona Beach, Orlando, Miami, Saint Augustine, Savannah, Raleigh, Washington, Philadelphia und New York.

    Vorab sei gesagt, dass bei meiner gebuchten Bus-Gruppenreise an Verpflegung nur ein sogenanntes „continental breakfast“ in den jeweiligen Übernachtungshotels inkludiert war. Ein trauriger morgendlicher Anblick: trockene, abgepackte Bagels und Muffins, Saftkonzentrate und wenn wir Glück hatten, gab es ein paar kleine Becher Fruchtjoghurt und Müsli Packs á 20g. Leider nichts Passendes für gesundheitsbewusste Esser, geschweige denn Veganer oder Menschen mit Laktoseintoleranz, wie mich.

    Mein persönlicher Supermarkt Check

    Los ging es in New Orleans, ein wahnsinnig musikalisches und charmantes Fleckchen Erde, das seine Gäste mit einem lauten „Welcome to New Orleans“, begleitet von einem breiten Grinsen, herzlich empfängt. Aber auch kulinarisch hat mich die Südstadt überzeugt. Mein knurrender Magen am Anreisetag führte mich geradewegs in den ROUSES MARKET um die Ecke… und so fand ich sofort am ersten Tag mein kleines persönliches Selbstversorger-Schätzchen.

    Die Vielfalt der Produkte im Allgemeinen überwältigte mich: endlose Gänge mit meterhohen Regalen und einer Auswahl, die nicht annähernd an die der deutschen Supermärke rankommt. Erstmal nichts Ungewöhnliches für einen amerikanischen Supermarkt – das Motto „viel hilft viel“ ist Programm an jeder Ecke hier. Was mich aber wirklich überraschte, war das breite Angebot an frischen, gesunden Lebensmitteln: Die Obst und Gemüse Abteilung – ein wahres Paradies, sowohl qualitativ als auch quantitativ! Dahinter tat sich ein gigantisches Kühlregal auf, prall gefüllt mit frischen Suppen, gemischten Salaten, Fruchtbechern, vegetarischen und veganen Bowls in sämtlichen Variationen. Gleich im Anschluss ein rundes, italienisches Antipasti Buffet, sowie eine Salat- und Suppenbar. Sogar Kerne, Nüsse und Saaten, frisches Müsli und Trockenobst konnte man sich nach Belieben aus langen Glassäulen zapfen. Da fragt man sich wirklich, warum die meisten Einheimischen vor mir an der Kasse dann doch nur die obligatorische Chips Tüte und eine Maxi Packung gezuckerte Cerealien aufs Band legten. Ich für meinen Teil hatte mir jedenfalls einen Korb mit gesunden, vollwertigen und unverarbeiteten Produkten zusammengestellt. Weniger schön war der Preis dafür. Grundsätzlich sind Lebensmittel in den USA sehr viel teurer als in Deutschland, hochwertige und frische Dinge natürlich ganz besonders. Zum Beispiel kosten 500g Haferflocken hierzulande nur 0,39€, in Amerika bezahlt man für die gleiche Menge rund 4$, obwohl es sich hierbei doch um ein Standard-Produkt handelt. Oder ist der hohe Preis vielleicht dem nett lächelnden, gut gekleideten Herrn auf der QuakerOats Verpackung geschuldet?

    Bei den nächsten Supermarkt Besuchen musste ich somit leider auch auf Dosen Gemüse zurückgreifen, um mir meine tägliche Portion „Vitamine“ zu sichern. An den übrigen Stationen meiner Reise erwarteten mich zudem eher kleinere Märkte mit spärlichem Sortiment (in der jeweiligen Hotelumgebung): allen voran die weltweit größte Einzelhandelskette 7-Eleven. Einen Preisunterscheid konnte ich leider kaum feststellen und die Qualität der Lebensmittel in den lieblos bestückten Regalen lies vor allem bei frischen Waren sehr zu wünschen übrig. Die Regel „Gutes hat eben seinen Preis“ gilt dann wohl auch für das Land hinter dem großen Teich.

    Viva Mexico!

    Bevor ich euch mein absolutes Highlight der Reise vorstellen möchte, verweile ich noch ein paar Zeilen in New Orleans, um euch eine exotisches, recht preisgünstige Adresse zu empfehlen: Das felipes´s im berühmten French Quater unweit des Mississippi Ufers. Das familiengeführte Restaurant ähnelt einer mexikanischen Cantina und schafft es mit landestypischer Einrichtung, lebendiger Musik und lebensfrohen Farben seine Gäste für eine Mahlzeit nach Mexico zu entführen. Die Leidenschaft für lateinamerikanische Aromen, Gewürze und Düfte schmeckte ich sofort. Hier wird noch mit Liebe gekocht und das live vor den Augen der Gäste, bevor die frisch zubereitete Bestellung von warmherzigen Menschen auf bunten Tellern oder in traditionellen Schalen angerichtet wird. Jeder kann sich nach Belieben seinen Taco, Burrito oder eine Bowl individuell zusammenstellen, ideal also für Personen mit Unverträglichkeiten, Allergien oder Vegetarier, sowie Veganer.

    Mein Geheimtipp für euch auf dem Silbertablett

    Das Abendessen im Wilkes‘ House in Savannah war das wohl einmaligste kulinarische Erlebnis in meinem bisherigen Leben. Der Mrs. Wilkes‘ Dinning Room begrüßt seine Gäste von Montag bis Freitag zwischen 11:00 und 14:00 Uhr zum Lunch für 23$ pro Person. Seit 1943 hat sich die familiengeführte Geheimadresse zu einer Legende entwickelt,- bereits Barack Obama dinierte hier! Die Gasträume mit niedrigen Zimmerdecken ähneln einer Puppenstube, die liebevoll mit ganz persönlichen Reliquien der Familie bestückt ist.

    Auf das Essen muss hier keiner warten: sobald wir das Haus betreten hatten, wurden wir an großen ovalen Tafeln auf nostalgischen Stühlen zu Tisch gebeten. Die weißen Spitzen Tischdecken waren bereits übersäht mit Porzellanschüsseln, Schälchen und großen Tellern in denen sich das „fine southern soul-food“ befand. Auf den ersten Blick taten wir uns alle schwer den genauen Inhalt zu definieren. Vorsichtig begannen wir die Schalen weiterzureichen und unsere eigenen Teller mit kleinen Portionen – von allem etwas – zu füllen: Reis, Maiskuchen, alle denkbaren Sorten an Hülsenfrüchten, Eintöpfe, Pürees, Fleisch und Dips wurden angeboten. Ununterbrochen reichten die Köchinnen und Köche persönlich Nachschlag, die Teller wurden großzügig wieder und wieder gefüllt. Was unser Tourguide angekündigt hatte, stimmte: Aufzuessen ist hier unmöglich! Tja, was soll ich noch sagen? Ich denke durch meine emotionale Art von diesem Besuch zu berichten wird sich jeder von euch denken können, wie gut das Essen geschmeckt haben muss. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, der Qualität und den feinen Geschmacksnuancen der unterschiedlichen Gerichte mit geschriebenen Worten gerecht zu werden. An dieser Stelle ist das Wort soul-food die wohl treffendste Bezeichnung: Nahrung für die Seele, Nahrung, in der die Seele einer ganzen Familie steckt und die während des Essens im Wilkes‘ Dinning Room an jeden seiner Gäste weiter gegeben wird.

    Mein Fazit

    Wer bereit ist, ein bisschen mehr Geld auszugeben und etwas Zeit in die Suche nach geeigneten Restaurants steckt, kann als Vegetarier und mit Laktoseintoleranz bedenkenlos entlang der Ostküste reisen. Wenn alle Stricke reißen, warten schließlich die großen Fast Food Ketten an jeder Ecke. Mal Hand aufs Herz, eine Portion „typical american fries“ gehört zu einer richtigen USA Reise doch einfach dazu, oder? …und das Tolle daran: günstig, Laktose frei und vegetarisch sind sie zu 100% !

    Tini

    • Dieses Thema wurde vor vor 2 Jahre, 6 Monaten von Dana KinzelDana Kinzel bearbeitet. Grund: Lesbarkeit
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