Nahrungsmittelallergie 2017-05-22T13:46:30+00:00

Reisen mit Nahrungsmittelallergie

Einführung: Nahrungsmittelallergie – Ursachen und Beschwerden

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Überreaktion oder Fehlsteuerung des menschlichen Immunsystems. Es gibt zahlreiche Substanzen, die Auslöser für eine Allergie sein können. Zu den gängigsten Allergenen zählen: Nüsse, verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Fisch, Fleisch, Milcheiweiß, Eier, Weizen, Hefe und Soja.

Im alltäglichen Leben und bei der eigenen Zubereitung von Speisen ist es durch ausreichendes Wissen möglich, die krankheitsauslösenden Allergene zu vermeiden. Schwierigkeiten tauchen insbesondere bei Fertigprodukten, Gewürzen, bei Restaurantbesuchen oder auf Reisen auf, wo der Allergiker vielfach nicht selbst die genaue Zusammensetzung seiner Nahrung bestimmen kann, sondern auf die Fachkenntnis anderer angewiesen ist.

Professor Dr. med Ludge Klimek vom Rhinologie und Allergologie Zentrum in Wiesbaden hat 10 hilfreiche Alltags-Tipps für Nahrungsmittelallergiker zusammen gestellt. Erfahren Sie hier mehr.

 

Die EU hat Verordnungen zur Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln festgelegt. Nachfolgend haben wir für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Kennzeichnungspflicht der häufigsten Allergene: Lebensmittel, die ab dem 1. April 2009 verpackt wurden, müssen gekennzeichnet sein, wenn sie einen oder mehrere Bestandteile der am häufigsten verursachenden Auslöser für Lebensmittelallergien beinhalten. 14 Auslöser wurden definiert, u.a.: glutenhaltige Getreidesorten, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch inkl. Laktose, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen etc.
  • Deutliche Kennzeichnung verpackter Ware: Seit dem 13.12.2014 müssen diese 14 Stoffe auf der Verpackung von Produkten deutlich hervorgehoben werden. Lebensmittel, die vor diesem Datum verpackt wurden, sind von dieser Regelung ausgenommen. In welcher Form dies in den Mitgliedsstaaten umgesetzt wird, hängt von den nationalen Vorschriften ab. Bitte wundern Sie sich daher nicht, wenn die Kennzeichnung in einem anderen EU-Mitgliedsstaat anders erfolgt.
  • Offene Ware: Ebenfalls seit dem 13.12.2014 muss auch bei unverpackter Ware (z.B. im Restaurant) über diese 14 Stoffe informiert werden. Dies muss nicht schriftlich erfolgen, auch die elektronische oder mündliche Kommunikation ist möglich. Voraussetzung ist jedoch zwingend ein deutlicher Hinweis, wo Kunden diese Information erhalten können. Sprachkenntnisse des Urlaubslandes sind hierfür sehr hilfreich. Mehr Informationen finden Sie unterhalb dieser Aufzählung unter der Rubrik „Auf Reisen“.

Hinweis: Stoffe, die bei der Produktion ihr „allergenes Potenzial“ verlieren, sind davon ausgeschlossen. Nähere Informationen finden Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Ernährung:

 

Auf Reisen: Urlaubs-Tipps für Nahrungsmittelallergiker

Für Reisende empfehlen sich einige vorbereitende Maßnahmen:

  • Allergiepass: Wenn Sie noch keinen Allergiepass besitzen, fragen Sie bitte bei Ihrem Allergologen nach, ob ein solcher für Sie hilfreich ist – er wird Ihnen in diesem Fall auch einen Allergiepass ausstellen.
  • Sprache: Hilfreich ist es, wenn Sie wichtige Begriffe bezüglich Ihrer Allergie in der Landessprache parat haben bzw. Kärtchen mit entsprechenden Übersetzungen bei sich tragen, die Sie beispielsweise im Restaurant zur Verständigung nutzen können. Die wichtigsten Vokabeln hat das Europäische Verbraucherzentrum in 23 Sprachen für Sie zusammengestellt. Die Übersicht finden Sie hier:
Der DAAB bietet Restaurantkarten für die wichtigsten Allergieauslöser an. Bestellen können Sie diese unter folgender Adresse: Deutscher Allergiker- und Asthmabund, Fliethstr. 114, 41061 Mönchengladbach, Tel: 02161-814940.
  • Flugreisen: Bitte bedenken Sie bei Flugreisen, der Airline rechtzeitig mitzuteilen, dass Sie unter einer Allergie leiden. In vielen Fällen kann allergikergeeignete Nahrung bestellt werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Homepage der jeweiligen Fluggesellschaft.
  • Medikamente: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es immer dazu kommen, dass Sie doch einmal mit dem Allergen in Kontakt kommen. Bitte tragen Sie die für diesen Fall erforderlichen Medikamente bei sich. Hinweis bei Flugreisen: Beachtet werden sollte hierbei, dass nur eine bestimmte Menge an Flüssigkeiten im Handgepäck mitgeführt werden darf – maximal 100-ml-große Behältnisse in einem durchsichtigen 1-l-Beutel, der mit einem Reißverschluss versehen sein muss. Während Medikamente selten in Behältnissen mit mehr als 100ml verordnet werden, sind allergikergeeignete Lebensmittel und Babynahrung relativ häufig hiervon betroffen. Medikamente und Babynahrung, die während des Fluges gebraucht werden, müssen nicht in dem Beutel transportiert, aber bei der Sicherheitskontrolle vorgelegt werden. Für Medikamente ist i.d.R. zusätzlich ein Nachweis des Arztes erforderlich. Es empfiehlt sich außerdem, die Medikamente in der Originalverpackung zu belassen und diese mit Dosierungsanweisung und Namen zu versehen. Bitte achten Sie auf eine ausreichende Menge, da es vorkommen kann, dass der Flug Verspätung hat oder das Aufgabegepäck abhandenkommt. Vor Reisebeginn sollten Sie zudem mit Ihrem Arzt Rücksprache bzgl. der Mitnahme der Medikamente halten.

Empfohlene Hotels bei Nahrungsmittelallergien

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