Nussallergie 2017-04-27T14:49:43+00:00

Reisen mit Nussallergie

Einführung: Nussallergie – Beschwerden & Kreuzallergien

Allergische Reaktionen auf Nüsse kommen vor als sogenannte „echte“ Nussallergien und als Kreuzallergien auf Nüsse bei Pollenallergikern.

Bei einer „echten“ Nussallergie können sehr starke und mitunter lebensbedrohliche Symptome bis hin zum allergischen Schock auftreten. Es kann zu Atemnot, Kreislaufzusammenbrüchen und zu einer anaphylaktischen Reaktion kommen.

Bei einer Kreuzallergie auf Nüsse sind die Beschwerden meist weniger stark ausgeprägt, die Patienten reagieren jedoch häufig auf eine größere Anzahl von Allergenen.

Grundsätzlich kann jeder Allergiker eine Kreuzallergie entwickeln, insbesondere jedoch dann, wenn bereits eine Sensibilisierung auf mehrere Allergene vorliegt. Am häufigsten von Kreuzreaktionen betroffen sind Personen mit einer Pollenallergie auf früh blühende Bäume und Sträucher, wie Birke, Erle oder Hasel. Typische Anzeichen dafür sind Kribbeln, Juckreiz oder Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhaut. Die Symptome können sofort oder erst einige Zeit nach dem Genuss der betreffenden Lebensmittel auftreten.

Hintergrund ist bei diesen Patienten, dass die allergieauslösenden Eiweiße in den entsprechenden Pollen und Nahrungsmitteln in ihrer Struktur häufig ähnlich sind. Kreuzallergien äußern sich vorwiegend in einem oralen Allergiesyndrom (OAS), das Missempfindungen, Kribbeln oder Brennen auf Mund, Lippen und Schleimhäuten auslöst. Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden und Asthmaanfälle können ebenso auftreten.

Obwohl Haselnüsse, Walnüsse, Mandeln und Erdnüsse in vielen Fällen unter dem Oberbegriff „Nüsse“ zusammengefasst werden, sind – rein botanisch betrachtet – lediglich Haselnüsse und Walnüsse echte Nüsse. Nichtsdestotrotz führt eine Allergie gegen diese in vielen Fällen zu einer ähnlichen Symptomatik.

Wurde nach einem Allergietest eine Nussallergie festgestellt, so müssen Nüsse und nusshaltige Produkte vom Speiseplan gestrichen werden. Da Bestandteile von Nüssen in den unterschiedlichsten Nahrungsmitteln vorkommen (u.a. in Wurstwaren und Brot), ist ein Blick auf die Zutatenliste des jeweiligen Nahrungsmittels unumgänglich. Denn auch in Zutaten wie Gianduia, Krokant, Marzipan und Nougat verstecken sich Nussbestandteile. Manchmal finden sich Spuren von Nüssen auch in sonst nussfreien Lebensmitteln, da in den Produktionsanlagen der Industrie oftmals mehrere Produkte hergestellt werden. Im Zweifelsfall sollte der Nussallergiker sicherheitshalber auf den Verzehr eines Produkts verzichten. Allergiker mit starken Symptomen sind außerdem gut beraten, immer ein Notfallset bei sich zu tragen.

 

Auf Reisen: Urlaubs-Tipps für Nussallergiker

Wenn ein Nussallergiker auf Reisen geht, so empfiehlt es sich, einige Punkte im Vorfeld zu beachten, um die schönste Zeit des Jahres unbeschwert genießen zu können. Nachfolgend haben wir einige hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Anreise: Gerade auf längeren Flugreisen ist es ratsam, bei der Airline ein spezielles Gericht für Nussallergiker zu bestellen. Da jedoch noch nicht alle Fluggesellschaften diesen Service anbieten, sollten Sie sich am besten rechtzeitig vor Abflug nach den zur Verfügung stehenden Sondermahlzeiten erkundigen. Eine erste Orientierung hierzu liefert im Allgemeinen die Homepage der jeweiligen Airline.
  • Übernachtung: Auch wenn noch nicht alle Unterkünfte nussfreie Gerichte für Gäste mit Nussallergien anbieten, so gibt es dennoch eine zunehmende Anzahl an Hotels, die diese Ernährungsbesonderheit berücksichtigen. Erste Informationen hierzu finden Sie i.d.R. in der Hotelbeschreibung oder auf der Homepage der Unterkunft. Darüber hinaus erfahren Sie nähere Einzelheiten auch in Ihrem Reisebüro, bei Ihrem Reiseveranstalter oder im Hotel direkt.
  • Reiseproviant: In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, etwas Reiseproviant von zu Hause mitzunehmen. Dies erlaubt einen entspannten Start in den Urlaub, bis man sich in der neuen Umgebung orientiert und die ersten Restaurants mit nussfreien Gerichten ausfindig gemacht hat.
  • Notfallapotheke: Nussallergiker mit ausgeprägter Symptomatik sollten auf Reisen nicht vergessen, Medikamente für den Notfall einzustecken. Empfehlenswert ist es, diese auf das Hand- und Aufgabegepäck zu verteilen, sollten Gepäckstücke verloren gehen oder verspätet ankommen.
  • Sprachbarrieren im Ausland: Außerhalb des deutschsprachigen Raumes kann man durchaus auf Sprachbarrieren treffen. Sowohl im Restaurant als auch bei der Menüwahl im Restaurant vermeidet man Schwierigkeiten, indem man sich auf solche Situationen vorbereitet. Eignen Sie sich hierzu doch ein wenig einschlägiges Vokabular an oder bereiten Sie entsprechende Bildkärtchen vor.
  • Hochgradige Symptomatik: Personen mit hochgradiger Symptomatik bevorzugen unter Umständen eine Unterkunft mit eigener Küche, um lebensbedrohliche Situationen zu vermeiden. Lebensmittel können dann entweder bei Anreise mit dem Auto von zu Hause mitgebracht oder bedarfsgerecht im nächstgelegenen Supermarkt erworben werden. Bitte erkundigen Sie sich vorab, wo sich geeignete Einkaufsmöglichkeiten befinden, die auch geeignete Lebensmittel anbieten.
  • Restaurantkarte Nuss-Allergie: Der DAAB (Deutscher Allergiker- und Asthmabund) bietet eine Restaurantkarte an, die zur Vorlage in Restaurants dient. Mit dieser können Betroffene explizit auf ihre Nussallergie hinweisen und dem Koch somit eine Hilfestellung bei der Zubereitung der Speisen bieten. Bestellen können Sie diese unter folgender Adresse: Deutscher Allergiker- und Asthmabund, Fliethstr. 114, 41061 Mönchengladbach, Tel: 02161-814940. Alternativ können Sie mit Hilfe der Europäischen Verbraucherzentrums hier Ihre eigene Allergiekarte erstellen:

Empfohlene Hotels bei Nahrungsmittelallergien

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