Sojaallergie 2017-05-29T09:03:30+00:00

Reisen mit Sojaallergie

Einführung: Sojaallergie – Ursachen und Beschwerden

Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle, Neurodermitisschübe oder Nesselsucht – Symptome einer Sojaallergie können äußerst vielfältig sein. Dabei reicht deren Schwere von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock.

Als Hauptverursacher einer Sojaallergie gilt das Sojaprotein, allergische Reaktionen sind aber auch gegen Sojalecithin möglich. Hierzulande unterscheiden Mediziner zwischen drei Varianten einer Sojaallergie:

  • Primäre Sojaallergie
  • Sekundäre pollenassoziierte Sojaallergie
  • Inhalationsallergie

Die primäre Sojaallergie tritt zumeist im Säuglingsalter auf. Betroffen sind demnach Babys und Kleinkinder, die Sojamilch beispielsweise auf Grund einer Kuhmilchallergie zu sich nehmen. Obwohl eine primäre Sojaallergie zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien gegen Pflanzen im Kindesalter gehört, können viele Eltern nach wenigen Jahren wieder aufatmen. Denn in den meisten Fällen verschwindet die Allergie bis zum 10.Lebensjahr spontan.

Weiter verbreitet ist die sekundäre pollenassoziierte Sojaallergie, die sich zumeist im Jugend- oder Erwachsenenalter entwickelt. Ursächlich findet sich eine Allergiebereitschaft gegenüber Pollen. Eine ähnliche Struktur der Proteine führt zu Kreuzreaktionen, besonders häufig bei Birkenpollen, aber auch bei Hasel, Erle oder Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen oder Nüssen.

Die Inhalationsallergie wird durch das Einatmen von Proteinen aus der Sojahülle verursacht. Vor allem Arbeiter, die bei der Verarbeitung von Soja wiederholt Sojastaub einatmen, sind betroffen.

Ist von einem Allergologen eine Sojaallergie diagnostiziert worden, müssen Betroffene Sojaprodukte vom Speiseplan streichen. Keine leichte Aufgabe, denn die Nahrungsmittelverarbeitungsindustrie verwendet Sojalecithin häufig als Emulgator in Margarine, Schokolade, Backwaren oder Fertigprodukten. Da eine Sojaallergie nicht heilbar ist, empfiehlt es sich für Allergiker, Lebensmittel immer genau auf ihre Bestandteile zu prüfen. Betroffene mit einer ausgeprägten Symptomatik sollten zudem stets ein Notfallset mit Adrenalinautoinjektor, Kortisonpräparat und Antihistaminikum in erreichbarer Nähe haben.

Hilfe finden Sojaallergiker auch beim Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB). Mitglieder erhalten hier eine detaillierte Beratung durch das DAAB-Wissenschaftsteam.

 

Auf Reisen: Urlaubs-Tipps für Sojaallergiker

Wenn ein Sojaallergiker auf Reisen geht, empfiehlt es sich, einige Punkte im Vorfeld zu beachten, um die schönste Zeit des Jahres unbeschwert genießen zu können. Nachfolgend haben wir einige hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Hotels: Es gibt inzwischen einige Hotels, die sich auf Ernährungsbesonderheiten ihrer Gäste eingestellt haben und sojafreie Gerichte generell oder auf Nachfrage anbieten. Informationen hierzu finden Sie i.d.R. in den Hotelbeschreibungen oder auf der Homepage der Unterkunft. Sollten Sie sich mal unsicher sein, ob ein entsprechendes Nahrungsangebot in Ihrem Wunschhotel vorhanden ist, sprechen Sie einfach Ihr Reisebüro, den Reiseveranstalter oder das Hotel direkt an.
  • Selbstversorgung: Suchen Sie sich doch eine Unterkunft, in der Sie selbst eine Küche zur Verfügung haben. Lebensmittel können Sie bei Anreise mit dem Auto problemlos von zu Hause mitnehmen oder informieren Sie sich vorab, wo sich der nächstgelegene Supermarkt  in der Nähe Ihrer Unterkunft befindet.
  • „Snack für den Notfall“: Nehmen Sie doch einen kleinen Snack von zu Hause mit. Oft fühlt man sich etwas beruhigter, gerade wenn die Umgebung neu ist und man noch nicht genau weiß, was man wo bekommt. Dann können Sie ganz in Ruhe und ohne Magenknurren die nähere Umgebung erkunden.
  • Flugreisen: Auf kürzeren Flugreisen ist es schon mal möglich, auf die Nahrungsaufnahme zu verzichten, bei längeren Reisen wird dies hingegen oft schwierig. Bei einigen Fluggesellschaften können Sie im Voraus entsprechendes Essen für Sojaallergiker bestellen. Erkundigen Sie sich daher bitte rechtzeitig vor Ihrem Flug bei der jeweiligen Airline. Viele Fluggesellschaften haben auch ausführliche Informationen zu den Sondermahlzeiten auf ihren Homepages.
  • Notfallapotheke: Sojaallergiker mit ausgeprägter Symptomatik sollten auf Reisen nicht vergessen, Medikamente für den Notfall einzustecken. Empfehlenswert ist es, diese auf das Hand- und Aufgabegepäck zu verteilen, sollten Gepäckstücke verloren gehen oder verspätet ankommen.
  • Restaurantkarte Sojaallergie: Der DAAB (Deutscher Allergiker- und Asthmabund) bietet eine Restaurantkarte an, die zur Vorlage in Restaurants dient. Mit dieser können Betroffene explizit auf ihre Sojaallergie hinweisen und dem Koch somit eine Hilfestellung bei der Zubereitung der Speisen bieten. Bestellen können Sie diese unter folgender Adresse: Deutscher Allergiker- und Asthmabund, Fliethstr. 114, 41061 Mönchengladbach, Tel: 02161-814940. Alternativ können Sie mit Hilfe des Europäischen Verbraucherzentrums hier Ihre eigene Allergiekarte erstellen:

 

Sie möchten mehr über die Wunderbohne Soja erfahren? In unserem Beitrag erklären wir: Was ist Soja? Wo kommt es her? Warum ist es so umstritten und welche Auswirkung hat es? Wir gehen auf alle dies und noch viel mehr ein. Erfahren Sie näheres über Soja in Fleischersatzprodukten, die Gentechnik-Problematik und natürlich auch über die Sojaallergie. Hier geht es zum Artikel.

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